Internet brauchen wir nicht! Wir machen das seit 30 Jahren ohne!

Ein Argument, was ich fast täglich höre. Aus jeder Branche. Und das Schlimmste ist, je höher die Zahl der „Jahre an Erfahrung“, desto tiefer sitzt dieser Glaubenssatz.
Aber schauen wir uns doch die Realität einmal im Detail an.

Wer ein Problem hat, sucht dich!

Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis. Die Namen und Orte wandle ich etwas ab. Aber genau so passiert es jeden Tag…

Hohenhameln. Ein kleines verträumtes Örtchen in Niedersachsen, das mit ein paar umliegenden Gemeinden auf knapp 10.000 Einwohner kommt. Zu klein, um eine Metropole zu sein. Trotzdem zu groß, als dass jeder jeden kennt.

Christian B. sitzt auf seiner Terrasse und genießt bei einem kalten Bier seinen wohl verdienten Feierabend nach einem langen Arbeitstag.

Während er seinen Blick über seine frisch gemähte Wiese und sein Häuschen schweifen lässt, bleiben seine Augen an der bröckelnden Fassade hängen.

Die hätte wirklich einmal wieder einen neuen Anstrich verdient. Gerade jetzt, wo doch der Sommer vor der Tür steht und die Freunde öfter mit im Garten sitzen werden zu dem einen oder anderen Grillabend.

So geht Handwerkersuche heute!

Aber wer macht so etwas? Ein Maler muss her! Noch vor ein paar Jahren wäre Christian nun ins Haus gelaufen und hätte sich die „Gelben Seiten“ geschnappt, um nach einem passenden Handwerker für seinen Giebel zu suchen.

Heute kann Christian entspannt auf der Terrasse sitzen bleiben. In der einen Hand das Bier und in die andere nimmt er sein Smartphone.

Rico Schinkel

Wenige Klicks genügen: Öffne Google. Suche „Maler in Hohenhameln“. (Bereits heute sind mehr als 30% aller Suchanfragen bei Google mit einem Ort kombiniert!)

Ab hier trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Tauchst du als Maler in oder in der Nähe von Hohenhameln in diesen Ergebnissen der Google-Suche auf, bist du einen Schritt weiter.
Kennt Google dich nicht und du wirst Christian in diesem Moment am Smartphone nicht angezeigt, hast du bereits verloren. Diesen Kunden bekommst du nicht.

3 Sekunden für ein Ja oder ein Nein

Ab jetzt greifen die natürlichen Mechanismen der menschlichen Entscheidungsfindung. Die ersten drei bis fünf Ergebnisse der Google-Suche hat Christian nun vor sich. Wer hier bereits mit „Sternen“ aus Bewertungen auf sich aufmerksam machen kann, ist wiederum einen Schritt weiter und wird um so eher angeklickt.

Nehmen wir einmal an, dass du mit deinem Traditionsunternehmen hier noch im Rennen bist, weil du dir vor Jahren auf gutes Zureden hin von deinem Neffen eine Webseite hast aufsetzen lassen. Deine Visitenkarte im Internet. Alles da: Telefonnummer, Adresse und natürlich der Hinweis, dass du mit deinem Familienbetrieb schon seit 30 Jahren am Markt bist.
Wer dich nun erreichen will, kann dich ja jetzt anrufen. Steht ja alles da.

Am PC sieht die Seite sogar ganz ordentlich aus. Aber am Smartphone wurde sie nie getestet. Gab es ja damals noch nicht. Aber Achtung: Heutzutage werden bereits über 70% der Webseiten über ein Mobilgerät (Smartphone oder Tablet) geöffnet!

Wenn deine Webseite das nicht „merkt“ (responsive ist), sieht sie auf diesen Endgeräten einfach nur gruselig aus und ist für den Interessenten schlicht nicht nutzbar.

Ein Besucher auf deiner Seite gibt dir eine Chance von maximal drei Sekunden, in der er entscheidet, ob er auf der Seite bleiben wird, oder sie verlässt. Und dann greift eine ganz einfache Regel: Wer deine Seite verlassen hat, kommt nicht wieder zurück. Ganz simpel.

23-jähriger Jungunternehmer schlägt 30 Jahre Erfahrung

Nachdem Christian nun deine Seite unverrichteter Dinge wieder verlassen hat, klickt er auf den nächsten Kandidaten: „Max Weiß – Der Malerprofi“. Die Webseite öffnet sich am Smartphone und stellt sich groß und übersichtlich dar. Klar strukturiert, gut lesbar und intuitiv zu bedienen.

Die Seite ist aktuell, zeigt tolle Fotos von Max und seinem Team. Alle werden vorgestellt und man bekommt in Newsartikeln nicht nur Einblicke hinter die Kulissen des Unternehmens, sondern man sieht sie auch auf vielen Bildern im Einsatz beim Kunden. Highlights der letzten Wochen, bei denen Max und sein Team top Arbeit abgeliefert haben.

Direkt neben der Rubrik mit den „Testimonials“, in denen Max‘ Kunden ihre Meinung über ihn und seine Arbeit schreiben (wir alle setzen unheimlich viel auf Empfehlungen!), gibt es eine Rubrik für „Selfmade-Maler“. Hier ist sich Max nicht zu schade seine besten Tipps und Tricks für diejenigen zu veröffentlichen, die sich selbst daheim am Farbtopf ausprobieren wollen.

Natürlich fehlt auch der Link zu dem Instagram-Profil von „Max Weiß – Der Malerprofi“ nicht. Beeindruckend, was hier in vielen Fotos und kurzen Videos gezeigt wird. Macht Sinn! Denn wir alle denken in Bildern. In bunten und bewegten Bildern.

Deine Entscheidung ist bereits gefallen: „Man! Der weiß, was er tut!“

Und je mehr du von ihm siehst, um so mehr wird dir klar, dass Max der Maler überhaupt ist in der Gegend! Wenn einer, dann der!

Was hier nicht steht auf der Webseite von Max Weiß, ist: Der Mann ist 23 Jahre alt und seit 9 Monaten im Geschäft. Keine 30 Jahre Erfahrung, so wie du. Neun Monate! Aber ist das wichtig?

Der Rahmen ist wichtiger als das Bild!

Was nutzen dir nun deine 30 Jahre Erfahrung, wenn es da draußen einfach jemanden gibt, der sich besser darstellt und letztendlich besser verkauft?

Wir alle verlieren keine Interessenten und Aufträge an bessere Mitbewerber oder wegen eines zu hohen Preises. Wir verlieren Aufträge an diejenigen, die sich besser verkaufen!

Dein Produkt kann perfekt sein. Deine Dienstleistung ist vielleicht hervorragend. Dein Preis möglicherweise der beste am Markt.

Aber wenn das keiner weiß, weil du nicht sichtbar bist, hast du keine Chance!

Max hat hier seinen Rahmen gesetzt. Einen perfekten Rahmen in dem Christian ein Bild sieht, was er sich selbst noch Stück für Stück zusammensetzt. Aber eins ist ihm klar: Max Weiß muss her, um seinen Giebel zu retten!

Mach es deinen Kunden einfach!

Natürlich will Christian jetzt mit Max einen Termin ausmachen. Aber auf einem Freitag um 17:30 Uhr wird er bei einem Festnetztelefon doch eh nur noch die knappe Ansage eines Anrufbeantworters hören.

Max macht es Christian einfach: Über die Mobilnummer kann er 24 Stunden lang eine WhatsApp-Nachricht schicken. Ganz einfach. Vielleicht sogar gleich mit einem schnellen Foto seines Giebels.

Alternativ gibt es da natürlich noch einen Button, über den Christian mit nur ein paar Klicks um eine schnelle Rückmeldung bitten kann. Einfach Email-Adresse eintragen, fertig. Einfacher geht es nicht.

Schönes Wochenende!

Der Auftrag ist so gut wie vergeben. An Max Weiß. Nicht an dich. Während Max so über das Wochenende automatisiert Neukunden gewinnt, kannst du deine Zeit nutzen, um dir Gedanken um die Werbeanzeige der nächsten Mittwochsausgabe der Lokalnachrichten zu machen.

Wenn Max am Samstag Morgen schon per WhatsApp oder Email am Smartphone vom Ostseestrand aus eine erste Antwort an seine Interessenten schickt, stellt er mit diesem weiteren Kontakt zu Christian eine noch höhere Bindung sicher und wird am Montag einen jetzt schon begeisterten Neukunden anrufen.

Er hat sich einfach besser verkauft.


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Ein Gedanke zu „Internet brauchen wir nicht! Wir machen das seit 30 Jahren ohne!

  1. Pingback: Die 8 wichtigsten Schritte für deine Sichtbarkeit bei Google und deiner Zielgruppe - Rico Schinkel

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